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Sleep-Tracking – sollen wir unseren Schlaf wirklich messen?

Immer mehr Menschen tragen nachts eine Smartwatch – in der Hoffnung, ihren Schlaf zu messen. Doch was bringen uns diese Daten wirklich? Und: Kann zu viel Wissen über den eigenen Schlaf vielleicht sogar schaden?

Diese Aussage vom bekannten Schlafforscher Dr. Vorster wird Sie vermutlich überraschen. «Es gibt weltweit keine einzige Studie, die belegt, dass Schlaf-Tracking die Schlafqualität tatsächlich verbessert.» Zwar lassen sich mit Fitnessuhren die grobe Schlafdauer sowie nächtliche Bewegungen messen – aber keine Schlafphasen. «Alles, was nicht direkt am Kopf misst, kann keine verlässlichen Aussagen über Schlafphasen treffen», betont der Biologe.

Was viel eindrücklicher ist: Die Rückmeldung des Trackers beeinflusst, wie wir schlafen – unabhängig von der tatsächlichen Qualität. In einer Studie erhielten Probanden bewusst manipulierte Schlafdaten. So bekam eine Gruppe, unabhängig von ihrer tatsächlichen Schlafqualität, positives Feedback über einen manipulierten Sleep-Tracker. Das hatte messbare Auswirkungen: Die Teilnehmenden fühlten sich besser, waren konzentrierter und schliefen in der folgenden Nacht tiefer und ungestörter. 

Die andere Gruppe erhielt eine negative Rückmeldung zu ihrem Schlaf. Mit messbaren und schlaflosen Folgen: Die Stimmung tagsüber kippte, die Leistungsfähigkeit nahm ab und der Schlaf in der nächsten Nacht war unruhiger.
 
«Wer seine Tracker-Werte zu ernst nimmt, schläft oft schlechter – nicht besser.»
Dr. Vorster, Schlafforscher

Wenn Kontrolle zum Problem wird

Vor allem Menschen mit leichtem Schlaf oder Schlafproblemen können durch Sleep-Tracking unnötig verunsichert werden – besonders, wenn die Daten ungenau oder negativ ausfallen. «Sobald sich Sorgen einschleichen, verschlechtert sich der Schlaf oft automatisch», so Dr. Vorster.

Sein Tipp: Lieber ein einfaches Schlafprotokoll auf Papier führen. Dort lassen sich auch schlafentscheidende Faktoren wie Tageslichtexposition, Koffein, Bewegung oder Stimmung erfassen – Dinge, die kein Tracker erkennt. Ein geeignetes Schlafprotokoll finden Sie hier.

Fakt ist: Wer erholt aufwacht, sich gut fühlt und tagsüber leistungsfähig ist, braucht keine Zahlen – sondern kann seinem eigenen Körpergefühl trauen.

Schlaftipp von Dr. Vorster:

«Verlassen Sie sich nicht blind auf Zahlen und Werte. Ihr Wohlbefinden am Tag ist der verlässlichste Indikator für guten Schlaf – nicht die Analyse Ihrer Smartwatch.»

Quellenverweis:
Dr. Albrecht Vorster, Schlafforscher (persönliches Gespräch, 22. Dezember 2025)
- Gavriloff D, Sheaves B, Juss A, Espie CA, Miller CB, Kyle SD. Sham sleep feedback delivered via actigraphy biases daytime symptom reports in people with insomnia: Implications for insomnia disorder and wearable devices. J Sleep Res. 2018;27(6):e12726. doi:10.1111/jsr.12726
- Spina MA, Andrillon T, Quin N, Wiley JF, Rajaratnam SMW, Bei B. Does providing feedback and guidance on sleep perceptions using sleep wearables improve insomnia? Findings from "Novel Insomnia Treatment Experiment": a randomized controlled trial. Sleep. 2023;46(9):zsad167. doi:10.1093/sleep/zsad167